Manuka-Honig stammt vom neuseeländischen Manuka-Baum. Kosmetikprodukte mit Manuka-Honig eignen sich zur Pflege unverletzter Haut und Lippen. Es ist nicht ausreichend belegt, dass Manuka-Honig bei Akne, Ekzemen oder trockenen Lippen hilft.
Wählen Sie ein Produkt, das für Gesicht oder Lippen vorgesehen ist, und beachten Sie die Packungsangaben. Speisehonig ersetzt weder die medizinische Versorgung von Wunden noch die Behandlung von Hautkrankheiten.
Was die Forschung zu Manuka-Honig zeigt
Honig hat antibakterielle Eigenschaften. Das erklärt, warum speziell aufbereiteter Honig in der Wundversorgung eingesetzt wird. Daraus folgt aber nicht, dass Manuka-Honig aus dem Lebensmittelregal Hautprobleme behandelt oder die Lippenbarriere repariert.
Eine systematische Übersicht zu Honig in Kosmetikprodukten fand nur fünf randomisierte Studien. Die Studien untersuchten unterschiedliche Produkte und Wirkungen. Deshalb ließ sich kein allgemeiner Nutzen feststellen. In einer Studie hatte eine Tattoo-Nachsorgecreme mit Manuka-Honig gegenüber dem Vergleichsprodukt keinen statistisch belegten Vorteil.
Auch die Daten zu Akne und Ekzemen sind begrenzt. Eine Akne-Studie prüfte Kanuka-Honig, eine andere Honigart, nicht Manuka-Honig. Nach zwölf Wochen erreichten 4 von 53 ausgewerteten Personen in der Honiggruppe und 1 von 53 in der Kontrollgruppe die festgelegte Verbesserung. Der Unterschied war statistisch nicht signifikant. Die Ergebnisse reichen nicht aus, um Honig als Aknebehandlung zu empfehlen.
Manuka-Honig auf Haut und Lippen anwenden
Für die tägliche Pflege ist ein fertiges Kosmetikprodukt die praktischere Wahl als reiner Speisehonig. Entscheidend ist die Zusammensetzung: Ergebnisse zu einer Creme oder Mischung belegen nicht, dass unverdünnter Honig dieselbe Wirkung hat. Prüfen Sie auf der Verpackung, ob das Produkt für das Gesicht oder für die Lippen vorgesehen ist, und verwenden Sie es nach Herstellerangabe.
Wenn Sie ein neues Produkt testen, tragen Sie zunächst eine kleine Menge auf eine kleine, intakte Hautstelle auf. Beenden Sie die Anwendung und waschen Sie das Produkt ab, wenn Brennen, Juckreiz oder Rötung auftreten. Für reinen Manuka-Honig sind weder Einwirkzeit und Anwendungshäufigkeit noch Rezepte für selbst gemachte Masken belegt. Für solche Anwendungen gibt es keine belegte Empfehlung.
Für die Lippen eignet sich ein dafür vorgesehenes Pflegeprodukt besser als Speisehonig. Achten Sie auf die Zutatenliste: Manche Bienenprodukt-Kosmetika enthalten Propolis, ein Bienenharz, das Kontaktallergien auslösen kann. Tragen Sie nichts auf aufgeplatzte oder stark entzündete Lippen auf, ohne die Ursache abklären zu lassen.
Bei Akne, Ekzem und Wunden
Bei Akne oder Ekzemen sollte Manuka-Honig eine etablierte Pflege oder ärztlich empfohlene Behandlung nicht ersetzen. Die wenigen untersuchten Studien betreffen teils Kanuka-Honig statt Manuka-Honig und zeigen keine verlässliche Wirkung. Wenn sich Beschwerden verschlimmern oder anhalten, lassen Sie sie ärztlich abklären.
Bei offenen, tiefen oder stark entzündeten Wunden gehört kein Speisehonig auf die Haut. Für bestimmte Wunden gibt es medizinische Honigprodukte, die sterilisiert und im Labor geprüft werden. Schwere Verbrennungen und tiefe Wunden benötigen ärztliche Versorgung.
Wann Sie Manuka-Honig meiden sollten
Verwenden Sie Honig nicht, wenn Sie gegen Bienenprodukte allergisch sind. Auch Propolis in Lippenpflege kann eine Reaktion auslösen. Typische Beschwerden sind Juckreiz, Brennen, Schwellung oder ein Ausschlag rund um den Mund. Waschen Sie das Produkt ab und verwenden Sie es nicht weiter, wenn solche Symptome auftreten.
Bei Kindern unter zwölf Monaten sollten Sie Honig auch nicht auf die Lippen auftragen. Säuglinge dürfen keinen Honig essen, weil er Sporen enthalten kann, die Botulismus auslösen. Das Kind kann Honig von den Lippen ablecken und verschlucken.