Warum Trockenfrüchte geschwefelt werden

Hersteller behandeln Trockenfrüchte mit Schwefeldioxid oder Sulfiten, damit sie beim Trocknen weniger nachdunkeln und länger haltbar bleiben. Die Stoffe wirken als Antioxidations- und Konservierungsmittel. Bei Aprikosen behalten geschwefelte Früchte eher ihre leuchtend orange Farbe. Wer auf Sulfite empfindlich reagiert, erkennt sie zuverlässiger an der Zutatenliste als am Aussehen.

Was Schwefelung bei Trockenfrüchten bewirkt

Schwefeldioxid ist mit E 220 gekennzeichnet. Auch verschiedene Sulfitsalze, gekennzeichnet mit E 221 bis E 228, werden verwendet. Sie verlangsamen die Bräunung und hemmen bestimmte Hefen, Pilze und Bakterien. So bleiben Trockenfrüchte heller und können länger haltbar sein.

Schwefelung kommt als zusätzlicher Verarbeitungsschritt hinzu; Trockenfrüchte lassen sich auch ohne sie herstellen. Das Trocknen entzieht Wasser und unterstützt die Haltbarkeit. Ungeschwefelte Früchte dunkeln oft stärker nach: Aprikosen wirken dann beispielsweise eher braun und matt.

Vorteile und Risiken von Sulfiten

Geschwefelte Früchte sehen häufig heller und gleichmäßiger aus. Das kann für Käufer ein Vorteil sein. Außerdem hemmen Sulfite bestimmte Mikroorganismen.

Sulfite lösen bei empfindlichen Menschen Beschwerden wie Atemwegsbeschwerden und Nesselsucht aus, die das Bundesinstitut für Risikobewertung nennt; besonders Menschen mit Asthma sollten auf eine mögliche Empfindlichkeit achten. Solche Reaktionen sind nicht automatisch eine klassische Allergie.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit konnte 2022 keine akzeptable tägliche Aufnahmemenge festlegen. Die Behörde sieht mögliche gesundheitliche Bedenken bei hoher Aufnahme. Außerdem gibt es Lücken in den verfügbaren Daten. Daraus folgt nicht, dass jede Portion geschwefelter Trockenfrüchte schädlich ist. Sulfite kommen in verschiedenen Lebensmitteln vor. Wie viel Sulfit Menschen allein durch Trockenfrüchte aufnehmen, lässt sich nicht verlässlich beziffern.

Sulfite auf der Verpackung erkennen

Prüfen Sie die Zutatenliste. Sulfite können dort unter anderem mit diesen Bezeichnungen auftauchen:

  • Schwefeldioxid oder Sulfite
  • E 220 bis E 228
  • Konservierungsstoff oder Antioxidationsmittel, jeweils zusammen mit dem Namen oder der E-Nummer

In der EU muss ein verzehrfertiges Lebensmittel als Allergen gekennzeichnet werden, wenn es mehr als 10 Milligramm Schwefeldioxid beziehungsweise Sulfite pro Kilogramm oder Liter enthält, gerechnet als Schwefeldioxid. Unterhalb dieser Schwelle kann der Allergenhinweis entfallen. Auch ohne Hinweis auf der Verpackung kann bei der Herstellung Schwefel eingesetzt worden sein; das Produkt kann zudem Sulfite enthalten.

Bei lose verkauften Trockenfrüchten fragen Sie am besten direkt nach oder prüfen die Kennzeichnung. Die Farbe erlaubt keine sichere Einordnung: Leuchtend orange Aprikosen sind häufig geschwefelt, und bei dunklerem Aussehen bleibt offen, ob das Produkt ungeschwefelt ist.

Ungeschwefelte Trockenfrüchte auswählen

Der ausdrückliche Hinweis „ungeschwefelt“ hilft bei der Auswahl. Auch Bio-Trockenfrüchte sind eine Option, denn im ökologischen Anbau ist die Schwefelung nicht erlaubt. „Bio“ bedeutet dabei nicht, dass die Früchte unverarbeitet sind; die Aussage bezieht sich auf den Verzicht auf Schwefelung.

Wenn Sie Sulfite meiden müssen, verlassen Sie sich auf die Kennzeichnung oder fragen Sie bei loser Ware nach. Die Farbe bietet höchstens eine grobe Orientierung. Bei bekannten Beschwerden nach dem Verzehr sollten Sie die Zutatenliste beachten und die Ursache ärztlich abklären lassen.